March 30, 2026

Sektorkopplung in der Praxis: PlusEnergie Burgholz

Die Energiewende wird nicht allein durch einzelne Technologien vorangetrieben. Gerade in Industriegebieten entsteht echter Fortschritt dort, wo Strom, Wärme, Infrastruktur und Planung gemeinsam gedacht werden – über Parzellengrenzen, Akteure und Zeithorizonte hinweg. Genau hier wird Sektorkopplung von der Theorie zur Praxis.

Bei Green Energy Venture beschäftigen wir uns mit genau solchen integrierten Fragestellungen. Ein Beispiel dafür ist PlusEnergie Burgholz – eine Initiative, die untersucht, wie sich ein grosses Industriegebiet schrittweise zu einem energiepositiven und resilienten Energiesystem entwickeln kann.

Das Projekt ist öffentlich hier dokumentiert:
👉 https://plusenergieburgholz.ch/

Über einzelne Projekte hinaus denken

Industrieareale entwickeln sich oft schrittweise: eine Photovoltaikanlage hier, eine Heizlösung dort, Netzanpassungen, sobald Engpässe auftreten. Jede Massnahme für sich kann sinnvoll sein – als Gesamtsystem bleiben solche Areale jedoch häufig fragmentiert.

In Burgholz wurde bewusst ein anderer Ausgangspunkt gewählt. Statt zu fragen, welche Technologie als Nächstes umgesetzt werden soll, stand das Verständnis des Gesamtsystems im Vordergrund:

  • Wie wirken Energiebedarf und Erzeugung im Areal zusammen?
  • Wo entsteht Flexibilität mit echtem Mehrwert?
  • Welche Kombinationen aus Strom, Wärme und Speicherlösungen sind langfristig sinnvoll?

Dieser Perspektivwechsel – weg von Einzelanlagen, hin zur Systemlogik – ist zentral für eine funktionierende Sektorkopplung.

Von Komplexität zu Klarheit

Die Arbeit in einem bestehenden Industriegebiet bedeutet immer auch, unterschiedliche Interessen, Rahmenbedingungen und Zeithorizonte zusammenzuführen. Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit bestand daher nicht nur in der Analyse, sondern auch in der Strukturierung und Vermittlung: ein gemeinsames Verständnis für Möglichkeiten, Grenzen und Prioritäten zu schaffen.

Neben den technischen und strategischen Arbeiten haben wir auch die übergeordnete Projektverantwortung übernommen. Dazu gehörten das Onboarding relevanter Stakeholder, der Aufbau und die Umsetzung der Projektkommunikation (Website, Newsletter, PR) sowie die Überwachung des effizienten Einsatzes begrenzter Ressourcen. In diesem Kontext ging die Rolle von GEV im Leuchtturmprojekt deutlich über rein technische Beiträge hinaus.

Warum solche Projekte relevant sind

PlusEnergie Burgholz steht nicht für ein einzelnes „Leuchtturmprojekt“, sondern für die Schaffung eines Orientierungsrahmens, der koordinierte Entscheidungen über Jahre hinweg ermöglicht – mit dem Ziel, Emissionen zu reduzieren, die Versorgungssicherheit zu stärken und langfristige Kostensicherheit für Unternehmen im Areal zu schaffen.

Für uns zeigt dieses Projekt exemplarisch, worum es in der Energiewende zunehmend geht:
nicht nur um Technologie, sondern ebenso um Planung, Koordination und Kommunikation.

Sektorkopplung funktioniert nur dann, wenn all diese Elemente zusammenspielen.

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